aus dem Starnberger Merkur vom 15.1.19

Dezentrale Beratung für Flüchtlinge

Andrea Betz koordiniert nun die Sozialberatung für Flüchtlinge Foto: IM/Kurt Bauer

 

Landkreis – Kürzere Wege, Hilfe vor Ort: Die Flüchtlingsberatung im Landkreis soll wieder dezentraler organisiert werden. Die Innere Mission München übernimmt ab heute die Betreuung in den 14 staatlichen Gemeinschaftsunterkünften, in denen derzeit rund 1500 Menschen leben. „Viele schaffen es nicht, in zentrale Büros zu kommen. Unser Anspruch ist es, in allen Einrichtungen präsent zu sein und Sprechstunden anzubieten“, sagt Andrea Betz, die die Abteilung Migration bei der Inneren Mission leitet.

Doch ein reibungsloser Start wird schwer. „Wir sind schon sehr kurzfristig in diese Verantwortung gekommen. Das ist ungewöhnlich“, so Betz. Die Vorgeschichte: Ende November stellte „Hilfe von Mensch zu Mensch“, der bisherige Träger der Beratungsangebote, dem Landkreis eine Bedingung: Die Behörde solle sich an den Personalkosten beteiligen, sonst könne man die Arbeit nicht weiterführen. „Dann haben wir den Markt erkundet“, sagt Landratsamtssprecher Stefan Diebl. Und das Angebot der Inneren Mission habe sich als wirtschaftlicher erwiesen. Nach wie vor gebe es einen Sachkostenzuschuss, aber keine Beteiligung an den Personalkosten durch den Landkreis. „Wir haben einen sehr erfahrenen Kooperationspartner gewonnen“, sagt Landrat Karl Roth (CSU). Der evangelische Träger, der zur Diakonie gehört, betreut bereits im Landkreis München und in der Landeshauptstadt selbst 4500 Flüchtlinge in 25 Unterkünften.

Ein paar vertraute Gesichter bleiben den Flüchtlingen auch nach dem Wechsel. Drei Mitarbeiter von „Hilfe von Mensch zu Mensch“ übernimmt die Innere Mission laut Andrea Betz. Genau 7,14 Stellen stehen dem Träger zur Verfügung, der die seit Anfang 2018 geltende bayerische „Beratungs- und Integrationsrichtlinie“ kritisiert und den alten Personalschlüssel (ein Berater auf 150 Flüchtlinge) zurückfordert. Es sei unmöglich – wie gefordert – auch noch anerkannte Asylbewerber zu betreuen.

Die Arbeit in den Unterkünften beginnt ab heute in Starnberg, Pöcking und Berg. Am 1. Februar beginnt die Beratung in den Gemeinden Weßling und Gilching, am 15. Februar in Gauting, Krailling und Seefeld. Die weiteren Standorte folgen anschließend. Wie genau die sieben Stellen über die 14 Unterkünfte aufgeteilt und an welchen Standorten die Berater an wie vielen Tagen präsent sein werden, wird laut Betz noch entschieden.

Quellenangabe: Starnberger Merkur vom 15.01.2019, Seite 29

Anja Wagatha