aus dem Gemeindeblatt Inning Juni 2019

Mittlerweile sind es fas 4 Jahre, die wir uns im Helferkreis Asyl um die Flüchtlinge in unserem Ort kümmern.

Die Zahl der aktiven Helfer ist inzwischen auf unter 20 Personen geschrumpft. Der Grund dafür ist, dass, wenn betreute Flüchtlinge verlegt werden, in eine eigene Wohnung ziehen oder auch das Land verlassen, die Patenschaft endet bzw. die Paten dann am neuen Wohnort ihre Schützlinge weiter betreuen.

Auf der anderen Seite finden, sobald Betten oder Wohnungen in der Containerwohnanlage frei werden, sofort wieder Neubelegungen statt. Die Anlage ist ununterbrochen fast voll belegt.

Zum Glück haben wir Frau Ute Hörri, die als geringfügig Beschäftigte -bezahlt von der Gemeinde- ganz viel Arbeit auffängt. Sie ist unsere Helferkreis-Perle und hält das unvorstellbare Behördenchaos in Grenzen. Seit einem Jahr hat sie nahezu allein die gesamte Arbeit der Asylsozialberatung übernommen. Im vergangenen Jahr war die Stelle in Inning seit April so gut wie nicht besetzt. Im Dezember hat die Regierung die Asylsozialberatung bei „Hilfe von Mensch zu Mensch“ gekündigt hat und dafür die „Innere Mission“ eingesetzt hat. Diese hatte jedoch ausgerechnet für Inning und Andechs bis Ende April keinen Mitarbeiter gefunden, sodass die Stelle unbesetzt war. Lediglich an vier Halbtagen kam eine Unterstützung von einer anderen Anlage. Ab Mai ist die Stelle nun besetzt. Wir hoffen, dass die Arbeit zufriedenstellend ausgeführt wird, und Frau Hörri sich nun wieder ihren eigentlichen Aufgaben zuwenden kann.

Nach wie vor leistet der Helferkreis in kleinem Rahmen folgendes: Wir geben den Menschen die Möglichkeit, unsere Sprache zu erlernen, wir unterstützen sie in Behördenangelegenheiten und bei der Jobvermittlung. Wir helfen bei der Wohnungssuche und bezahlen Sprachkurse für Lernwillige, die lt. Gesetz zum „Nichtstun“ verurteilt sind.

Wir begegnen den Menschen auf Augenhöhe. Unsere Flüchtlinge erfahren aber auch, dass wir nur Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Wir erwarten von ihnen Fleiß, Respekt, Toleranz und ein friedliches Zusammenleben.

Der Lohn für unsere Arbeit ist, dass das Zusammenleben mit den Flüchtlingen hier in Inning nahezu komplikationslos verläuft und es auch in der Anlage selbst recht friedlich zugeht.

Zurzeit sind in der Container Wohnanlage ca. 90 Menschen untergebracht. Die Menschen aus 15 verschiedenen Nationen kommen aus: Afghanistan, Gambia, Somalia, Nigeria, Senegal, Jordanien, Irak, Tansania, Eritrea, Palästina, Pakistan, Mali, Myanmar, Tansania und Syrien. Zusätzlich leben dezentral ca. 25 Flüchtlinge in Inning.

 

Der Helferkreis bittet um aktive Unterstützung bei den Inninger Bürgern:

  • Wer hat Lust und Zeit, regelmäßig (wöchentlich) mit den Kindern zu spielen?
  • Wer hat Lust und Zeit, etwas mit den jungen Erwachsenen zu unternehmen, die zum Nichtstun verurteilt sind? (Spaziergang, Sport etc.)?
  • Wer hat Lust und Zeit, juristischen Beistand für Asylfragen zu leisten?
  • Welches Unternehmen in Inning und Umgebung hat noch freie Azubi-Stellen 2019/2020 oder auch Arbeitsmöglichkeiten, die Sie unseren Asylbewerbern nach einer z.B. einwöchigen Probearbeit anbieten können?

 

Des Weiteren freuen wir uns über Geldspenden, die wir zum Großteil in die Förderung der Kinder investieren.

Anja Wagatha

Anja Wagatha